Ein grosser Spaziergang

Servus Schnuggies.

Mit Kerstin auf Spaziergang zu gehen ist sehr hilfreich für die Heilung und Beweglichkeit des ersetzten Knies, doch heute konnte ich sie nicht dazu bewegen und machte mich selbst auf die Natur zu geniessen.

Das Wetter spielte mit. Kein Regen, aber auch keine 35°.

Mal für sich sein tat mir auch sehr gut und so lief ich ganz gemütlich und mit meinen Gartentretern erst einmal langsam den Weg entlang des Feldes. 

Doch irgendwann stand ich an der „natürlichen“ Barriere zwischen Siedlung und Waldrand.

Die Bahnstrecke für den Regionalzug ist hier recht ungesichert und wird dauernd von Füchsen, Rehe und Hasen überschritten.
Spaziergänger machen das natürlich nicht und nehmen stattdessen den Weg über die entfernte Brücke um auf die andere Seite zu gelangen.
Alles andere wäre ja auch ziemlich bescheuert.
Ich kam dann auch auf der anderen Seite an und setzte den Weg Richtung Waldrand fort.

Der Rückblick Richtung der Ausläufer des bayrischen Waldes bis hin zum Bogenberg ist für mich immer wieder ein Genuss.
Das hiesige flache Donaustauf begeistert mich durch und durch. Das einzige was mir hier (nur ein bisschen) fehlt ist die Nordsee.
Ansonsten ist es hier so schön flach das ich Fahrradfahren könnte, lange und gute Wanderungen machen kann, mit den Einheimischen gut klar komme und in der Nähe der Alpen bin (~150KM gen Süden).
Eine tolle Gegend.

Mein Weg entlang der trockenen Felder wurde nur kurz von einem Hasen unterbrochen der sich auf dem Weg die Flöhe aus dem Fell knabberte. Leider war das Kerlchen etwas scheu.

Wie man an den Bildern sieht ist das Korn verdammt niedrig und schon so gut wie verbrannt. Da hilft auch das Wässern nichts mehr. Es ist nun schon seit drei Monate beinahe regenfrei. Wenn es mal schauerte war es kaum eine Stunde lang. Das hat gerade mal dazu gereicht um die Luft drückend werden zu lassen. In den Boden drang es keine 2cm ein.

Da ist es schon ein Glück wenn man einen Tag wie heute hat wo es zwar nicht regnet, aber zumindest die Sonne nicht den ganzen Tag scheint.
Heiss genug ist es allemal um Bananen, Kokusnüsse und Wein anzubauen. Aber so ergeht es dieses Jahr wohl dem ganzen Land.
Gut das wir nichts dran ändern können (hoffe ich zumindest).

Nach gemütlichen 20 Minuten war ich denn auch am Waldesrand. Doch auch dort kam mir keine kühlere, feuchte Waldluft sondern nur warme, trockene Luft entgegen. Ich kann mich nicht erinnern das mir das in Deutschland jemals so ergangen wäre.

Auf meiner Lieblingsbank setzte ich mich dann erst einmal und genoss meine Dampfe während ich den Blick über die Landschaft gleiten liess.

Einen Waldspaziergang musste ich sparen. Mit Plastikschühchen und kurzer Hose wollte ich nicht Zeckenmagnet spielen.

Auf meinem weiteren Weg stiess ich dann am Wegesrand auf einen grossen Stapel mit Sandsäcke. Ich habe nicht herausgefunden warum bei so einer grossen Dürre am Rande des Feldes die Säcke liegen (müssen?). 

Nebenan stand eine Wasserkanone bei der auch einem Nichtbauern schnell klar wird das sie kaum noch etwas retten kann.
Vielleicht würden zehn davon pro Feld und in Dauerberieselung die Ernte retten, aber mit dem „bisschen“ scheint es mir nur ein Tropfen auf den heissen Stein zu sein.
Andererseits was für ein Bauer wäre ein Bauer der vor, während und nach der Ernte nichts zu heulen hätte?!

Eine Viertelstunde später war ich wieder auf dem Weg entlang der Bahnstrecke um auf die andere Seite zu gelangen.
Im Waldbereich neben den Feldern fand ich noch eine schöne Crossradstrecke.

Der Weg entlang der Bahngleise ist für mich ebenso entspannend wie der Gang durch einen Wald.
Es gibt genug zu sehen, wenn man genauer hinschaut.

Auf dem Rückweg begleitete mich wieder einer der Hasen während ich die Ruhe und die Geräusche der Tierwelt um mich herum genoss.

Nach anderthalb Stunden war ich von diesem Spaziergang wieder daheim, welcher mir Energie brachte als wäre ich sechs Stunden gelaufen.
Wunderbar.
Die Nachbarn haben (wegen der Fussball-WM?) ihre Deutschlandfahne auch noch gehisst. Was wohl bedeutet das man Söder und Seehofer leider immer noch nicht erschossen hat.

Sooo.
Macht es euch schick.
Bis baldigst wieder,
der Micha

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